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| Motortechnik |
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| Dieselmotor |
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Zwei -oder Viertaktmotor
(Verbrennungskraftmaschine), in dessen Zylinder im Unterschied zum Ottomotor
reine Luft angesaugt und am Ende des Verdichtungshubes in die durch die
Verdichtung hocherhitzte Luft Dieselkraftstoff eingespritzt wird, der sich
selbst entzündet. Der Dieselmotor besitzt einen hohen thermischen
Wirkungsgrad bei niedrigem Kraftstoffverbrauch. Die Wirtschaftlichkeit
wird durch Verwendung von Kraftstoffen, wie Schweröle (im Ottomotor nicht
anwendbar), weiter erhöht. Der Dieselscher Kreisprozess beschreibt
die in einem Dieselmotor ablaufenden Prozesse in idealer Form: a)
adiabatische Kompression atmosphärischer Luft, b) isobare Expansion
(Einspritzen des Kraftstoffes und Verbrennung), c) adiabatische Expansion,
d) isochore Abkühlung Daten eines
Schiffdieselmotors: MAN-V-Motor, 10-18 Zylinder. Jeder Zylinder mit
520mm Bohrung und 550mm Hub (117 l Hubraum pro Zylinder !!!) leistet mit
Abgasturboaufladung 1000 PS bei 430 U/Min. Der 18 Zylinder-V-Motor-10.30m
lang, 3.70m breit und 4.40 m hoch wiegt knapp 170000 Kilogramm und leistet
16200 PS. Verdichtungsdruck: 110 bar, Einspritzdruck: 1300 bar |
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| Ottomotor |
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| Verbrennungsmotor mit elektrischer Zündung
(Fremdzündung) des Kraftstoff-Luft-Gemisches. Man unterscheidet
Ottomotoren mit äußerer (Vergasermotoren) und innerer
Gemischbildung (Zuführung des Kraftstoffes in den Verbrennungsraum
durch Einspritzpumpe). Die Verteilung des Zündstromes auf die
Zündkerzen der einzelnen Zylinder geschieht in regelmäßiger Folge
mittels verschiedener Systeme: Zündverteiler mit Verteilerkappe und -finger,
elektronische Zündung (EDIS) durch sog. OT-Geber und Zündmodule . |
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| Arbeitstakte |
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1.Takt (Saughub) Der
Kolben bewegt sich von OT (obere Totlage) nach UT (untere Totlage). Das
Einlaßventil hat bereits 10°...15° (Kurbelstellung) vor OT zu öffnen
begonnen, damit es bereits einen ausreichenden Querschnitt freigibt, wenn
der Kolben im OT seine Bewegungsrichtung umkehrt. Der Kolben saugt ein
Kraftstoff-Luftgemisch an, das dem Zylinder vom Vergaser über die
Ansaugleitung zuströmt. Die äußere Gemischbildung kann auch vollzogen
werden durch eine Kraftstoffeinspritzung in die Ansaugleitung oder direkt
in den Zylinder (z.B. Mitsubishi GDI) vor Beginn der Verdichtung. Das
Einlaßventil schliesst erst 40°...°60° hinter UT. Es ist also länger
als eine halbe Kurbelwellenumdrehung geöffnet. Massenträgheit der
einströmenden Gemischmasse und Unterdruck im Zylinder bewirken auch nach
Überschreiten des UT noch eine Einströmung. Damit wird erreicht, daß
sich der Zylinder möglichst vollständig mit Gemisch füllt. |
2. Takt (Verdichtungshub) Der Kolben bewegt sich von UT
nach OT. Nach Schließen des Einlaßventils verdichtet der Kolben das im
Zylinder befindliche Gemisch. Das Zylindervolumen wir im Verhältnis 1/e
verkleinert. Dabei steigt der Druck im Verhältnis ek-1 . Die
Selbstzündungstemperatur des Gemisches muß auf jeden Fall höher liegen
als die Verdichtungsendtemperatur bei erreichen des Zündpunktes. Die
Zündung des verdichteten Gemisches erfolgt 40°...0° vor OT durch einen
elektrischen Funken, der mit einer Spannung von mehr als 10000 Volt von
der isolierten Mittelelektrode einer Zündkerze zur Masse der Maschine
(Massenelektrode) überspringt. Eine Vorzündung vor OT ist notwendig,
weil die Verbrennung der Zylinderfüllung, von der Zündkerze ausgehend,
eine bestimmte Zeit erfordert und das Gemisch erst dann seine höchste
Druckwirkung auf den Kolben hat, wenn es vollständig verbrannt ist. Der
höchste Verbrennungsdruck soll im Brennraum herrschen, wenn der Kolben
gerade den OT überschritten hat: Durch die entstehende Verbrennungswärme
steigen Temperatur und Druck auf ihr Maximum. |
3. Takt
(Arbeitshub) Die unter hohem Druck (30...60 bar) und hoher Temperatur
(2000...2500°C) stehenden Verbrennungsgase dehnen sich aus und Treiben
den Kolben von OT nach UT. Das Verbrennungsgas expandiert angenährt
adiabat, wobei Druck und Temperatur absinken. An den Kolben wird
Expansionsarbeit abgegeben. Die Arbeit wird über Kolbenzapfen,
Pleulstange, Kurbelzapfen und Kurbel auf die Kurbelwelle übertragen. Ein
Teil wird im Schwungrad gespeichert und dient zur Überwindung der drei
arbeitsverbrauchenden Takte. Der überwiegende Rest kann als Drehmoment an
der Wellenkupplung abgenommen werden. Das Auslassventil beginnt
60°...45° vor UT zu öffnen. Der im Zylinder noch vorhandene Überdruck
3...5 bar läßt die verbrannten Gase mit großer Geschwindigkeit
auspuffen, so daß der im Zylinder verbliebene Rest bei Erreichen von UT
nahezu vollständig entspannt ist. |
4. Takt (Ausschubhub) Der
Kolben bewegt sich von UT nach OT. Er schiebt den entspannten Gasrest nach
außen. Das Auslaßventil schließt erst 5°...20° hinter OT, damit die
Massenträgheit der ausströmenden Gasmasse dei verbrannten Gase
möglichst restlos aus dem Zylinderraum entfernt. Der Abgasstrom ruft bei
dem bereits geöffneten Einlaßventil eine Injektorwirkung hervor, wodurch
die Einströmung des frischen Gemisches begünstigt wird. |
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| Aufladung, allgemein |
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| Die Leistung eines
Motors ist proportional dem Luftdurchsatz, denn je größer dieser, um so
mehr Brennstoff kann verbrannt und um so mehr Wärme kann in einer
Zeiteinheit umgesetzt werden. Führt man dem Motor vorverdichtete Luft
durch einen "Lader" zu, so wird der Massenstrom größer.
Gleichzeitig besteht die Möglichkeit auch den Volumenstrom zu
vergrößern, nämlich durch zeitliche "Überschneidung" der
Ventilöffnungszeiten, d.h. das Auslaßventil schließt etwas nach OT und
das Einlaßventil öffnet etwas vor OT, so daß beide Ventile eine
Zeitlang gemeinsam offen sind. Die Antriebsleistung für den Lader kann
entweder a) über ein mechanisches Getriebe von der Motorwelle entnommen
werden (Spirallader, COMPREX Druckwellenlader, ROOTS Gebläse) oder b) von
einer Abgasturbine (Abgasturbolader ATL). |
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| Abgasturbolader |
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| Der Abgasturbolader (ATL) ist
der am häufigsten verwendete Lader. Der mit Abgasturboaufladung
leistungs-/drehmomentgesteigerte Motor ist eine Verbundmaschine, bestehend
aus dem Kolbenmotor und einer Strömungsmaschine, dem ATL. Der ATL hat ein
Gebläse für die Verdichtung der Frischladung und eine Turbine auf der
selben Welle, die durch die Abgase des Motors angetrieben wird. Üblich
ist die Radialbauweise für Turbine und Verdichter, mit dem Ladedrücke
bis zu 6 bar erreicht werden können. Die ATL laufen mit Drehzahlen bis zu
150000 U/min. Die aus hochwarmfesten Legierungen (mit hohen
Nickelanteilen; Keramiken sind in der Entwicklung, die gleichzeitig das
Trägheitsmoment senken) bestehenden Turbinenräder sind im Serienbetrieb
Temperaturen bis fast 1000°C, wenn auch kurzfristig ausgesetzt. |
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| Druckwellenlader |
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| Der Lader nutzt die kinetische Energie der
schwingenden Abgassäule zur Verdichtung der Angesaugten Frischluft. Für
diese Druckwellenaufladung strömt das Abgas (d) aus dem
Auslaßkanal des Motors in eine Zelle eines in einem Gehäuse axial
angeordneten Flügelrades (b) . Das Flügelrad, vom Motor über
einen Keilriemen (c) angetrieben, dreht weiter, so daß dieser
Abgasanteil auf der dem Auslaßkanal gegenüberliegenden
Gehäusestirnseite reflektiert wird und in der Zelle zurückströmt. Durch
die Weiterdrehung des Flügelrades gelangt diese Zelle nun zum
eigentlichen Auslaß, der auf der gleichen Gehäuseseite wie der
Motorauslaßkanal angeordnet ist. Die Energie des ausströmenden Gases
erzeugt eine Saugwirkung auf die Frischladung (f), die auf der
diesem Auslaß gegenüberliegenden Gehäuseseite durch eine
Einlaßöffnung einfließen kann. Im weiteren Verlauf der
Flügelraddrehung wird diese Frischladung im direkten Kontakt mit dem
Abgas, das aus dem Auslaßkanal (g) des Motors in die
Flügelradzelle strömt, verdichtet und bei weiterer Drehung des
Flügelrades in den Einlaßkanal (e) des Motors gedrückt. |
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| Rotationsverdichter |
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| Für geringe Druckverhältnisse, z.B. p2/p1
< 1.5, wird oft das ROOTS-Gebläse verwendet, das im Prinzip eine
Zahnradpumpe mit zwei Zahnrädern von je zwei Zähnen darstellt. Die
beiden Lemniskaten dürfen weder sich noch das Gehäuse berühren, solllen
aber mit sehr geringem Spiel laufen. Sie müssen durch äußere Zahnräder
geführt werden. Das ROOTS-Gebläse ist z.B. im Mercedes CLK und SLK
Kompressor zu finden. |
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| Spirallader |
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| Spirallader nach dem Patent des Franzosen
L. Creux von 1905. Sie debütierten bei VW als "G-Lader" an
einem 1.3 l Benziner für eine Polo-Serie. Jede Gehäusehälfte aus
Aluminium enthält eine G-förmige Spirale. Darin eingefügte Gegenstücke
sitzen beiderseits auf einer Rotorplatte (unten links), die auf zwei
Exzenterwellen eine kreiselnde Bewegung ausführt. Der Rotor erreicht ca.
10.000 U/min. |
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| Quelle: Text und Bilder aus "Helmut Hütten - Motoren ", 10. Auflage 1997 |
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