Fragen und Antworten
 
Warum eine besondere Ausbildung?
Wer einen Kraftfahrzeug-Führerschein besitzt, ist nicht allein deshalb schon befähigt, ein Flurförderfahrzeug, z.B. einen Gabelstapler, zu führen. Mit dem Gabelstapler Lasten heben und senken, Güter ein- und auslagern, auf Laderampen rangieren, zwischen Stapeln und Regalen zu fahren ist etwas ganz anderes, als ein Kraftfahrzeug im Straßenverkehr zu lenken. Hinzu kommt die andere Bauweise der Gabelstapler: Die Lenkachse befindet sich hinten; dies führt zu einem anderen Fahr- und Lenkverhalten. Die Last liegt - im Unterschied zum Lastkraftwagen - vor dem Fahrer frei auf den Gabelzinken, sie kann am Hubmast gehoben und gesenkt, vor- und zurückbewegt werden. Und nicht zuletzt verlangt das Standsicherheitsverhalten von Gabelstaplern eine andere Fahrweise als beim Kraftfahrzeug. Dies gilt im übrigen für nahezu alle Flurförderfahrzeuge mit Hubgerüst. Einen Gabelstapler kann nur sicher bedienen, wer entsprechende Kenntnisse hat und über praktische Übung verfügt. Eine gründliche Ausbildung in Theorie und Praxis ist unerläßlich.
Welches ist die Rechtsgrundlage?
Rechtsgrundlage für die Ausbildung und Bestellung zum Fahrer von Flurförderfahrzeugen ist die Unfallverhütungsvorschrift "Flurförderfahrzeuge" (BGV D27).
Welche Vorraussetzungen muss der Fahrer erfüllen?
Nach BGV D27 darf der Unternehmer zum selbstständigen Steuern von Flurförderfahrzeugen mit Fahersitz oder Fahrerstand nur Personen beauftragen, die
1. mindestens 18 Jahre alt sind
2. für diese Tätigkeit geeignet und ausgebildet sind
3. ihre Befähigung nachgewiesen haben
Darüber hinaus muß der Auftrag schriftlich erteilt werden.
Anforderungsprofil des Fahrers
Die Frage, ob der Fahrer mindestens 18 Jahre alt ist, läßt sich relativ leicht nachprüfen. Für Jugendliche, die sich in der Berufsausbildung befinden, gibt es eine Ausnahme. In den Durchführungsanweisungen zur Unfallverhütungsvorschrift heißt es hierzu: Das Steuern von Flurförderfahrzeugen durch Jugendliche unter 18 Jahren zu berufsbezogenen Ausbildungszwecken unter Aufsicht gilt nicht als selbstständiges Steuern.
Das Führen unter Aufsicht setzt voraus, dass der Aufsichtsführende, in der Regel der ist dies der Ausbilder, jederzeit einschreiten kann, wenn der Jugendliche das Flurförderfahrzeug nicht sicherheitsgerecht bedient.
Bei Klärung der Frage, ob der Fahrer für die Tätigkeit geeignet ist, müssen auch die körperlichen und charakterlichen Vorraussetzungen überprüft werden. So muss der Fahrer das Flurförderfahrzeug ohne Behinderung bedienen und steuern können und auch ein gutes Reaktions- und Hörvermögen besitzen. An das Sehvermögen werden besondere Anforderungen gestellt: Gute Sehschärfe, gutes räumliches Sehen, kein eingeengtes Gesichtsfeld.
Bestehen Fragen oder Bedenken zur körperlichen Eignung des Fahrers, empfiehlt sich eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem Berufgenossenschaftlichen Grundsatz G 25 "Fahr-, Steuer-, und Überwachungstätigkeiten". Solche Untersuchungen werden von hierfür ermächtigten Ärzten durchgeführt.
Die Fahrer von Flurförderfahrzeugen mit Fahrersitz oder Fahrerstand müssen aber auch zuverlässig sein. Der Unternehmer muss sich darauf verlassen können, dass sie ihr Gerät mit Sorgfalt und Umsicht führen und sich nicht auf Abenteuer einlassen oder zu gefährlichen Manövern verleiten lassen.
Wie ist die Ausbildung aufgebaut?
Die Ausbildung gliedert sich in drei Stufen: Allgemeine-, Zusatz- und Betriebliche Ausblidung.
Allgemeine Ausbildung: Im theoretischen Teil werden vorrangig Inhalte zu UVVen, Sicherheitsbestimmungen und Betriebsanweisungen vermittelt. Weiterhin stehen physikalische und technische Aspekte der Fördertechnik im Vordergrund. Während der praktischen Ausbildung wird besonders der Umgang mit Lasten gelehrt, wie z.B. Absetzen, Stapeln und Transportieren. Weiterhin wird auf die besondere Fahrphysik der Gabelstapler eingegangen. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung wird der Fahrausweis ausgestellt und übereicht.
Zusatzausbildung: Ausbildung im Umgang mit speziellen Flurförderzeugen, wie z.B. Containerstapler, Schubmaststapler, Querstapler.
Betriebliche Ausbildung: Betrifft die im Betrieb vorhandenen Fluförderzeuge und Anbaugeräte
 
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